Aktuelles

Verleger zeichnen Nachwuchsjournalisten aus  

gewinner Presse- + Bilderdienst Rolf Ruppenthal

Perl. Für herausragende Recherche-Leistungen haben die rheinland-pfälzischen und saarländischen Zeitungsverleger gestern vier Nachwuchsjournalisten ausgezeichnet. Der frühere SR-Hörfunk-Chefredakteur und Mainzer Journalismus-Professor Axel Buchholz lobte bei einer Feierstunde auf Schloss Berg im nordsaarländischen Perl in seiner Laudatio die „ideenreiche Aufbereitung“ und „hervorragende sprachliche Umsetzung“ der Beiträge. Der Vorsitzende des Verbandes der Zeitungsverleger in Rheinland-Pfalz und Saarland, Thomas Rochel, ergänzte: "Solange wir Journalisten wie Sie auszeichnen können, mache ich mir um die Zukunft der Branche keine Sorgen."
Der Förderpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Eine vierköpfige Jury aus Journalisten und Wissenschaftlern bewertete unter anderem Sprache, Themenwahl, publizistische Wirkung und Recherche der eingereichten Beiträge. Für den Preis, der gestern zum 11. Mal vergeben wurde, konnten sich wieder Volontäre und Redakteure bis zur Vollendung des zweiten Berufsjahres bewerben.
Ausgezeichnet wurden Johannes Kloth (31), Redakteur bei der „Saarbrücker Zeitung“, Denise Bergfeld (31) und Anna Lampert (27), Redakteurinnen bei der Koblenzer „Rhein-Zeitung“, und Erdal Aslan (33), Volontär beim „Wiesbadener Kurier“.
Kloth wurde für seine auch überregional beachtete Reportage über einen möglichen Zusammenhang von elf bislang nicht geklärten Wohnungsbränden in Völklingen mit möglicherweise fremdenfeindlichem Hintergrund geehrt. Die Jury urteilte, Kloths Recherchen seien „Lokaljournalismus in Bestform“, Autor und Zeitung seien ihrer Wächterfunktion „beispielhaft nachgekommen“. Bei Bergfelds Beitrag über das Schicksal einer jungen Mutter, die seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, handele es sich um „eine sehr gut geschriebene Sozialreportage ohne Mitleidston und Betroffenheitsjournalismus“, hieß es.
Lampert, die in ihrem Beitrag der Frage nachging, was nach dem Tod eines Menschen aus dessen Internet-Profilen etwa auf Facebook wird, liefere „interessante Informationen von hohem Nutzwert“ und stelle eine Verbindung von Print und Online her, lobte die Jury. Aslan schließlich habe mit seiner Sonderseite zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei „in einer guten Mischung aus Darstellungsformen verständlich und hintergründig informiert“.


(Daniel Kirch, Redakteur Saarbrücker Zeitung)